Donnerstag, 23. Februar 2017

Deutsch- Japanisches Austauschprogramm für junge Ehrenamtliche - Tag 12&13&14 Iwate - Tohoku - Sendai

Hallo ihr Lieben!

das hier ist jetzt der letzte Eintrag zu meinem DJJA - Abenteuer!
Nach der Abschiedsfeier von den Gastfamilien mussten wir alle noch einmal ran, denn jetzt ging es um das Thema, weswegen es dieses Austauschprogramm überhaupt gibt: Unser Fazit zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Ehrenamt in Japan und Deutschland, was wir für uns mitnehmen, und was wir gelernt haben. Nicht ganz gelungen war, das wir erst an diesem Abend erfahren haben, dass der diesjährige Austausch vor allem unter dem Motto "Arbeit mit Kindern" stand und wir das mit einfließen lassen sollten. Irgendwie hatte man das vorher vergessen zu erwähnen, hat aber in Retrospektive manches erklärt. Wie auch immer, das Zusammentragen, Diskutieren und Strukturieren war eine ganz schöne Qual, im Besonderen weil wir alle einfach nur erledigt von diesen zwei Wochen durchpowern waren und emotional noch etwas angeschlagen von der Verabschiedung von unseren Gasteltern. Spät am Abend waren wir dann aber so weit und sind dann alle nur noch ins Bett gefallen. Am nächsten Tag hies es dann packen (wie soll das ganze Zeug in den Koffer???) und unser Gruppenzimmer räumen und putzen! So richtig zum traurig sein konnte man kaum kommen, weil wir dann auch schon hetzten mussten um pünktlich mit unserer Abschlusspräsentation zu beginnen. Anschließend wurde es dann aber doch nochmal Tränenreich, dir Verabschiedungen von den Ehrenamtlichen von Iwate stand an! Als wir dann also im Bus saßen und fleißig aus den Fenstern gewunken haben blieb kein Auge völlig trocken!
Ein Highlight stand uns aber noch bevor. Auf dem Weg nach Sendai, von wo wir am nächsten Tag aus nach Tokyo fliegen würden, und von da aus dann nach Deutschland, haben wir einen Zwischenstopp beim Weltkulturerbe Chuuson-Ji Tempelanlage gemacht. Natürlich hat es, wie eigentlich jeden Tag, geregnet, das hat aber nur zu dem Charme und dem Zauber der Anlage beigetragen. Meiner Erkältung tat es aber nicht so gut, trotzdem habe ich es mir Abends aber nicht nehmen lassen ein letztes Mal mit allen zum Karaoke zu gehen. beim Karaoke bekamen wir dann aber auch dir Nachricht das unser Flug am nächsten Tag wegen Streik ausfallen würde (Lufthansa, juhuuu!). Leider hat das aber nicht dazu geführt das wir einen Tag länger in Tokyo oder Sendai bleiben konnten, das Einzige was passiert ist das wir einen längeren Aufenthalt in Tokyo hatten, nicht mit der japanischen Austauschgruppe zusammen fliegen konnten, einen zusätzlichen Aufenthalt in Wien hatten und sich die ganze Rückreise für mich zu einer 20 Stunden Tortur mit Fieber, Husten und Halsweh entwickelt hat. Immerhin bekam ich bei jedem Flug ohne Beanstandungen bereits vor dem Start was zu trinken um nicht bei einer Hustenattake zu verrecken 8D Selten war ich so froh zu Hause anzukommen! Die Schritt für Schritt Verabschiedung von allen am Wiener Flughafen war auch sehr Emotional, insgesamt war ich also glaub ich noch nie so kaputt gewesen! Trotzdem: 10/10, would do again! Eine der besten und wertvollsten Erfahrungen meines Lebens! wer noch ein paar Eindrücke in bewegten Bildern sehen möchte, hier ein kleines Video mit Eindrücken:




Deutsch- Japanisches Austauschprogramm für junge Ehrenamtliche - Tag 10&11&12 in Kigami

Hallo ihr Lieben!

ich habe die letzten Einträge sehr vernachlässigt, möchte meinen Bericht zum Austauschprogramm aber doch noch zu Ende bringen. Ich knüpfe an meinen letzten Blog-Eintrag an und möchte von meiner Erfahrung mit meiner Gastfamilie erzählen! Nachdem wir also den Tag in der Grundschule von Iwate verbracht haben durften wir Abends unsere Gastfamilie kennen lernen. Ich hatte vorab keinen Kontakt zu meiner Familie gehabt und war sehr gespannt! Leider konnte es nicht die ganze Familie schaffen, sondern nur der Sohn Ryosuke wurde zusammen mit der Gastmutter von Christina, Akiko, gesendet. Akiko gibt zusätzlichen Englischunterricht in Kitagami, der Stadt in der meine Gastfamilie lebt, und hat Familien ihrer Schüler überzeugt bei dem Austauschprogramm mit zu machen. Da Kitagami eine ganze Ecke entfernt von Iwate liegt hat sie Christina, Helena und mich eingesammelt und der erste Abend wurde gemeinsam  mit allen bei Akiko verbracht, die ggf. auch mal übersetzen konnte. Aber wie gesagt, Ryosuke durfte ich schon vorher kennen lernen. Leider hat es zwischen uns so gar nicht gefunkt, er war ganz akward 16jähriger Junge und auch nicht besonders Offen und ich war zunächst etwas ängstlich wie das Wochenende werden würde. Ich war stark erkältet, hatte etwas Fieber und war auch schon ziemlich kaputt, und Ryosukes Unfähigkeit mir ins Gesicht zu sehen und einen Satz ohne Genuschel zu reden war nicht das was ich brauchte, vor allem da er der Einzige in meiner Familie war der ein bisschen Englisch konnte! Zum Glück haben sich meine Sorgen dann aber schnell zerschlagen als wir bei Akiko angekommen sind und ich den Rest meiner Familie kennen lernen
durfte! Der Papa Shunichi war definitiv Ryosukes Papa, aber die Mama Sachimi und die Tochter Kyoka waren Liebe auf den ersten Blick für mich! Beide super herzlich und super lieb, da macht die Sprachbarriere gar nicht so viel aus! Das gute Essen was es bei Akiko gab (zwei Arten jap. Curry, Salate, Käse, Obst, etc.), Helena & Christina, und die gute Stimmung haben ihr übriges getan um mein schlechtes Gefühl verfliegen zu lassen! Wir wurden an dem Abend auch noch in Yukata gesteckt (und ich konnte wieder meine Yukataskillz vorführen XD) und Helenas Gastschwester hat für uns auf ihrer Koto gespielt. Dann ging es zum Haus meiner Gasteltern, das wirklich sehr schick war. Viel Holz und sehr großzügig. Ich war aber einfach nur erledigt und es ging dann auch nur noch ins Bett für mich (ein Futon in Ryosukes Zimmer, der bei seinen Eltern unter gekommen ist).  Der nächste Tag war dann voll gepackt mit Erlebnissen! Nach einem Wahnsinns Frühstück von Sachimi (die einen großen Teil ihres Gemüses und Obst in ihrem Garten anbaut) ging es mit Sachimis Schwester Mikiko und ihren Kindern in den Esashi- Fujiwara Heritage Park. Leider konnte Kyoka nicht mit kommen, da sie für die Uni-Prüfungen lernen musste. Trotzdem war der Ausflug wirklich schön und die Sprachbarriere hat nicht viel gestört :) Nachdem wir den Vormittag im Park verbracht haben ging es Nachmittags in eine Aeon Mall für essen und damit ich meinen eigenen Namensstempel bekomme (da ich ja jetzt Teil der Familie war <3). Die Mall war auch super, weil ich da endlich (!!!) all das süße Zeug shoppen konnte, was sich in Tokyo vor mir versteckt hatte, und weil ich endlich DEN neuen Rucksack gefunden habe! (Mein einziges richtiges Shoppingziel in Japan waren Matcha-Süßkram und ein neuer Rucksack, weil der den ich mir bei meinem letzten Besuch in Japan gekauft hatte doch nach 5 Jahren Dauereinsatz laaangsam kaputt ging).
Dann wurde für das essen abends eingekauft, und es ging nach Hause fürs kochen! Neben Mimikos Mann und Kindern kamen noch zwei Freundinnen von Kyoka dazu. Kanna hat mir Kalligraphie gezeigt (natürlich musste ich auch ran) und es gab Tamaki-sushi und jede Menge leckere Kleinigkeiten! Der anstrengende Tag und leichtes Fieber machten dann auch das ich recht locker wurde und die Sprachbarriere nicht mehr viel ausmachte! Der Abend war so schön, das werde ich nie vergessen (und der Geschmack des Essens auf meiner Zunge sowieso nicht).
Der nächste Tag war dann auch schon der Letzte mit meiner Familie! Ryosuke hatte an diesem Tag einen englischen Redewettbewerb (wie gut er auf einmal englisch konnte wenn es alles auswendig gelernt war 8) )und folglich drehte sich doch alles etwas um den Wettbewerb. Nach dem nächsten unglaublich guten Frühstück ( T A T) hat mir Sashimi ein paar Fotoalben gezeigt (obwohl sie kaum Englisch konnte war das nicht einmal an dem Wochenende ein Problem) und es ging zum Wettbewerb! Da es aber sehr lange Wartezeiten gab, hat Mama Sachimi entschieden das Papa Shunichi soll Kyoka, Christina und mich zur nächsten Mall fährt damit wir ein paar Purikura machen! Eine Frau die Gold wert ist! Nach Ryosukes Rede war es auch schon wieder so weit, es ging zurück für uns nach Iwate! Da Ryosuke noch mehr Reden halten musste, konnte keiner von meiner Familie mitkommen. Für alle anderen gab es in Iwate noch eine kleine Abschiedsparty, ich hatte an meinem Tisch mehr essen für mich 8) Insgesamt war das Wochenende bei meiner Gastfamilie ein super Erlebnis! Das Einzige was ich bereue, ist nicht noch mehr Gastgeschenke mitgebracht zu haben. Mein Koffer war zwar zur Hälfte mit Geschenken gefüllt gewesen, aber meine Gastfamilie hat mich förmlich in Geschenken ertrinken lassen. Ich musste nur sagen das mir etwas ein bisschen gefällt und es war meins. Und wenn ich was abgelehnt hatte habe ich mich auch noch schlecht Gefühlt! AH! Also, bringt so viele Geschenke mit wie Möglich!!! Und habt keine Angst vor der Sprachbarriere, wenn beide Seiten es wollen wird es eine wundervolle Erfahrung! Meine Gastfamilie und ich schreiben uns immer mal wieder und ich glaube ihnen wenn sie mir sagen, das ich jederzeit bei ihnen willkommen bin <3

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Deutsch- Japanisches Austauschprogramm für junge Ehrenamtliche - Tag 8&9&10 in Iwate

Gegen Mittag starteten wir also mit dem Bus von Karakuwa nach Iwate. Mittag gab es auf einem Restaurant hoch oben mit Ausblick über Klippen - und einer Portion Ramen in XXL! NYAM! Jens und ich haben ein kleines Wettessen veranstalten und dreimal dürfte ihr raten wer gewonnen hat! Hurrhurr! Danach war ich aber auch Kugelrund :D Die Fahrt nach Iwate verlief quer durch vom Tsunami zerstörten Gebiete. Es ist wirklich noch viel zerstört aber Schutt haben wir kaum noch gesehen, dafür viele große Baustellen und die Wunderkiefer von Rikuzentakata. Die Kiefer hatte als Einzige von einem großen Kiefernwald den Tsunami überstanden. 2012 ging die Kiefer allerdings ein und jetzt steht dort zum andenken eine Nachbaute der Kiefer - schon irgendwie skurril!
Gegen Nachmittag kamen wir dann endlich im National Iwate-san Youth Friendship Center an, auch Ten-Park genannt. Iwate-san ist der größte Vulkan im Norden und zu seinen Füßen liegt Ten-Park. Das Maskottchen des Youth Centers ist Ten-chan, ein kleiner gelber Mader. Ten-Park ist eine große Einrichtungen in denen mehrere Gruppen gleichzeitig untergebracht werden können. Neben uns waren auch Schulklassen, aber auch andere Kulturgruppen untergebracht. Wir waren in große Tatamimattenzimmern untergebracht und ich war wirklich glücklich mit meiner Mädchengang! Aber das andere Zimmer wäre auch cool gewesen... too much love! Am ersten Tag ist nicht so viel passiert, es gab eine Führung, einige Reden, eine ziemlich coole Aufführung der Cheerleader der MiddleSchool (Japanese Style), Abendessen und ... ja, da war da noch das Baden im Gemeinschaftsbad (getrennt nach Geschlechtern). Als fleißiger Manga Leser und Anime Gucker wusste ich natürlich schon wie das ganze ablaufen würde, meine prüde Westdeutsche Seele hat vor Scham aber vorab ganz schön gejault und es hat mich viiiiieeeel Überwindung gekostet. Immerhin ging es den anderen zum Teil auch nicht anders und gemeinsam haben wir uns überwunden. nach dem ersten Tag haben wir uns eigentlich alle jeden Abend darauf gefreut zusammen im heißen Wasser zu sitzen, die Seele baumeln zu lassen und zu tratschen. Gemeinsam nackt sein verbindet einen dann doch nochmal ganz anders und schweißt zusammen (vor allem wenn es für so viele etwas aufregendes, neues ist). Bade-buddies 4 eva! Da um 10 Uhr Nachtruhe in der Anlage ist und die Lichter ausgehen ist an dem Tag auch nicht mehr viel passiert.
Am nächsten Tag dann ging es früh morgens los mit dem morgen Appell. Da müssen alle auf dem Hof zusammen kommen und sich ordentlich aufstellen. Dann wird zur japanischen Nationalhymne die Flagge gehisst. Wir mussten auch unsere deutsche Flagge hissen. Anschließend hieß es es Taiso Radio Gymnastik. Die läuft jeden morgen im japanischen Radio und soll fit halten!
Bei mir war da leider schon Hopfen und Malz verloren, ich hatte mir durch die Klimaanlage im Bus am Vortag schön eine dicke, fette Erkältung eingefangen. Während die anderen mit den jungen ehrenamtlichen von Ten-park über Ehrenamt in Japan und Deutschland diskutierten, haben Nici und ich im Zimmer noch ein kleines Schläfchen gehalten, schließlich hilft nichts mehr bei Krankheit als sich auszuruhen. Da krank sein während so einer Reise aber stinkt, haben wir uns gegen Mittag wieder hoch gequält, weil wir dann mit den japanisches ehrenamtlichen im Wald gekocht haben. Ten-Park hat eine große Kochstation im Wald mit fließenden Wasser, Feuerofen und Feuerstellen. Wir sind in drei Gruppen eingeteilt worden und die gestellten Lebensmittel mussten aufgeteilt werden.Wir haben uns für Yakisoba (Bratnudeln) und Pizza entschieden. Unsere Nudeln sind super geworden, und die Bananen-Schinken-Pizza war ein Traum :D Die anderen Teams waren etwas neidisch ;)
Anschließend ging es an die Vorbereitung des nächsten Tages. Hier würden wir eine Grundschule besuchen und sollten mit spielen eine Unterrichtsstunde füllen. Meine Gruppe hatte die 3&4-Klässler betreut. Die Überlegungen, welche Spiele man spielen könnte und wie man sie vermitteln kann hat wirklich viel Spaß gemacht! Wir haben uns am Ende für ein Klatschspiel, Reise nach Jerusalem und Stille Post entschieden. Der Tag in der Grundschule fing für uns natürlich erstmal im Tenpark mit dem Morgenappell und Gymnastik an. Dann ging es mit dem Bus zur Schule, wo wir zunächst in der Aula begrüßt wurden. Danach hatten die Schüler Unterricht und wir durften mal in alle Klassen reinschnuppern. Besonders süß war der Musikunterricht mit den 1&2 Klässlern, bei dem wir auch ein bisschen aktiv mitmachen durften. An einer Stelle wollte ein kleines Mädchen auf Mathes Rücken, als er sich dann aber mit ihr aufrichtete hatte sie ganz schnell Höhenangst! So süß! xD ("Viel höher als bei Papa!"). Anschließend war es Zeit für unsere Unterrichtsstunde mit den Kindern. Die Zeit verging wie im Flug und unsere Spiele sind super angekommen. Vor allem stille Post, das wir abwechselnd mit deutschen und japanischen Wörtern gespielt haben, war der Brüller. In der Aula gab es dann Mittagessen für alle und wir haben das japanische Schulessen probieren dürfen - leider auch in der Größe für Grundschüler. Da wird man als Erwachsener nicht wirklich satt von. Aber erstaunlich lecker war es, es gab Curry, Reis und Misosuppe (da kann man ja auch nicht viel verkehrt machen!). Meine Tischnachbarn waren ein paar von den älteren Kindern aus der 5&6 Klasse und wir haben uns hervorragend über One Piece und Naruto unterhalten, auch ohne eine gemeinsame Sprache. Der Leiter von Tenpark, der mir schräg gegenüber saß, konnte da leider nicht richtig mithalten. Nach dem kärglichen Mal ging es zu einer Diskussionsrunde mit dem Bürgermeister der Stadt. Da nur eine Stunde angesetzt war und die Formalitäten (Vorstellen, Geschenke überreichen, kurze Reden) schon rund 50 min in Anspruch genommen haben ist Diskussion auch wirklich zu viel gesagt.
Typisch japanisch eben! Mehr Action gab es dann in der Turnhalle, die Kinder haben uns einen traditionellen Tanz vorgeführt, den "Chagu Chagu". Der wird immer am zweitem Samstag im Juni aufgeführt, wenn 100 Pferde aus den Bergen in die Stadt zum Schrein geführt werden. Sie sind dabei mit Glocken geschmückt die das Geräusch"Chagu Chagu" machen. Die Kids waren echt super und unsere Märchenaufführung und das singen mit den Kindern hinterher hat richtig dagegen abgestunken. Aber wir haben unser bestes gegeben, und ich denke die Kinder hatten Spaß!
Der Tag war wirklich super und spannend gewesen, aber die Aufregung war für diesen Tag noch nicht ganz vorbei, denn Abends sollten wir unsere Gastfamilien kennen lernen und mit Ihnen das Wochenende verbringen!

Montag, 26. Oktober 2015

Deutsch- Japanisches Austauschprogramm für junge Ehrenamtliche - Tag 7&8 in Karakuwa


Am morgen des 7ten Tages haben wir als Tokyo in Richtung Norden nach Miyagi verlassen. Wir sind vom Tokyoter Hauptbahnhof mit dem Shinkansen gefahren, und das war schon wirklich etwas anderes als unsere ICEs. Allein die drehbaren Sitzreihen sind ja schon ein Highlight, aber insgesamt ist er super bequem und leise und die Nasszellen sind richtig sauber rund fast schon schick! Da kommt Zug fahren schon nahe dran ans Spaß machen! Während der Zugfahrt haben wir Prominente erraten gemacht und ich habe bei der zweiten Runde mit nur einer Frage gewonnen :D Mathes hatte es als Cronout etwas schwieriger, dabei war dieses famose Gebäck vorher großes Gesprächsthema gewesen ;D Nach doch erstaunlich kurzer Fahrt kamen wir dann ich Miyagi an. Es ging direkt weiter im Bus nach Karakuwa, zwischendrin gab es dann einen Stop wo wir super leckere riesen Bentoboxen bekommen haben, allerdings sogar mit dem ein oder anderen Inhalt der auch mir fremd war! Nyomnyom! Und dann nach einer halben Tagesreise kamen wir in Karakuwa an!
Karakuwa ist eine kleine Stadt auf der Karakuwahalbinsel. Die Stadt wird von der Fischerei bestimmt und ist bei dem Tsunami 2011 zu einem großen Teil zerstört worden. Wir blieben in der Herberge Tsunakan von Frau Kanno, der wohl verrücktesten Japanerin die ich je kennengelernt habe! (Hier ein weiterer Erfahrungsbericht). Sie ist unglaublich laut und voller Gastfreundschaft, hat keine Angst ihr falsches Englisch zu benutzen und machten einen versauten Witz nach dem anderen. Tolle Frau! Das Gebäude auf dem Bild ist die Herbegere Tsunakan. Hier haben die Jungs übernachtet.
Wir Mädchen haben in dem Haus dahinter übernachtet. Das ist das Haus der Familie Kanno! Wir waren auf der unteren Ebene und alles war voller Futons XD Ich hab mich sehr darüber gefreut das wir an diesem idyllischen Fleckchen Land auch so typisch Japanisch schlafen und essen sollten <3 Hinter dem Haus der Familie Kanno ging es einen steilen Hügel hoch auf dem ein Schrein steht. Außerdem besitzt die Familie noch eine kleine Partyhütte, ein Baumhaus und eine Sternebeobachtungsplattform! geht es viel schöner? Neben der Herberge die Frau Kanno betreibt hat Herr Kanno eine Muschelzucht. Der Sohn hilft tagsüber auf der Muschelfarm und steht Abends als Koch in der Küche. Dem entsprechen haben wir Abends wirklich hervorragend gegessen! Es gab  wirklich wunderbar angemachtes Sashimi, jeder menge Jakobsmuscheln und für die nicht Fischesser ein herzhaftes Curry! Ich hab natürlich bei allem reichlich zugeschlagen! ;) Beim Abendessen haben wir auch ein paar Mitglieder von Karakuwa-Maru kennengelernt. Karakuwa-Maru ist der Grund weswegen wir Karakuwa besuchen durften. Es ist ein Verein der versucht den Bewohner von Karakuwa die Schönheit und Geschichte der eigenen Region wieder näher zu bringen. Aber warum ist das überhaupt nötig? Wie schon kurz erwähnt ist Karakuwa ein Ort der von der Erdbeben & Tsunamikatastrophe 2011 betroffen war. Beide Häuser von der Familie Kanno sind 2011 bis ins dritte Stockwerk von der Welle überschwemt worden. Frau Kanno selbst hat uns erzählt wie sie auf dem Hügel mit dem Schrein hinter ihrem Haus stand und zu sehen musste wie nicht nur ihre gesamte Existenz weggespült wurde, sondern auch wie mehrere ihrer Nachbarn ertranken oder von Trümmern zerquetscht wurden. Solche Erinnerung haben viele Bewohner des Ortes. Trotz dieser Erinnerungen haben sie sich entschieden zu bleiben, die Aufarbeitung des Erlebten und das Glück finden in der eigenen Umgebung ist aber unerlässlich damit das Bleiben nicht zur Last wird. Teile der Gründungsmitglieder von Karakuwa-maru waren freiwillige Helfer die nach gekommen waren um bei den aufräum Arbeiten zu helfen.
Ganz oben: Der Schrein!
Frau Kanno hatte ihre beiden Häuser als Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, aber besonders das Gasthaus war sehr beschädigt und sollte abgerissen werden. Als das Haus schon fast zur Hälfte abgerissen war entschieden die freiwilligen Helfer aber anders. Frau Kanno hatte sie so herzlich in Karakuwa begrüßt und sie haben sich so wohl gefühlt. Aus dank haben sie das Gasthaus wieder aufgebaut und Frau Kanno hat aus Dank geschworen das jeder freiwillige Helfer immer ein Dach über dem Kopf bei ihr bekommen wird. Viele der freiwilligen Helfer waren Studenten (und haben viel Geld investiert um 1~2 im Monat zum helfen aus allen teilen Japans nach Karakuwa zu pendeln). nach und nach haben sich viele in den Fischerort und seine Menschen verliebt und sind nach ihrem Studium hierhin gezogen. Die aufräum Arbeiten waren jetzt aber zum größten Teil getan und andere Probleme traten in den Vordergrund, vor allem auch die Überalterung von gerade solchen Fischerorten. Die freiwilligen Helfer fragten sich warum so viele junge Leute wegziehen. Sie selbst hatten die Schönheit und das Miteinander im Vergleich zur Stadt so schätzen gelernt das sie Extra aufs Land gekommen waren.
Also haben sie sich entschieden den Menschen die dort Leben, aber auch Touristen die Schönheit des Ortes näher zu bringen. Und das tun sie vor allem, in dem sie die Leute die dort wohnen Ihre Geschichten, Mythen und Legenden erzählen lassen. Das hilft aber nicht nur den Zuhörern, sondern auch den Erzählenden neues zu entdecken. Diese Ansatz hat mich Wahnsinnig berührt. An diesem Abend erzählte ein Mitglied von Karakuwa-Maru auch seine persönliche Geschichte am Tag des Tsunamis. Es war wirklich sehr bewegend! Anschließend haben wir aber auch etwas das Leben gefeiert und bei reichlich Bier, Tee und Knabbereien den Abend auslaufen lassen!
Es wurde viel gelacht und gescherzt und ich kann verstehen was der Charme von Karakuwa ist. Im Gegensatz zu den Menschen in der Stadt wirkten die Menschen hier viel offener und fröhlicher und hatten keinerlei Berührungsängste! Auf alle Fälle ein legendärer Abend!
Am nächsten Morgen wurden wir in 3 Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe durfte eine Karakuwa-Maru Tour mitmachen. Es gab eine Tour zu den Containern in denen viele Menschen noch leben und der Baustelle auf der die neuen Häuser für diese Menschen entstehen, eine Gruppe ist zu dem Tsunami-Gedenk-Museum gefahren und hat anschließend des Walgott besucht. Ich war in der Truppe die die unmittelbare Umgebung begehen durfte. Zunächst haben wir einen Gedenkstein neben dem Haus besucht, der mahnt das man bei einem Erdbeben schnell auf den nächsten Hügel klettern soll, denn es kann ein Tsunami folgen.
Der Tsunami nach dem Tohoku-Erdbeben war nicht der erste der verheerende Folgen für Karakuwa hatte, aber einer der schlimmsten. Dann haben wir den Schrein auf dem Hügel besucht. Nicht nur hat der Schrein schon das ein oder andere Jahrhundert auf dem Buckel, man hatte auch eine atemberaubende Aussicht auf die Bucht. Unser Guide hatte Bilder dabei, die uns gezeigt haben wie die Bucht sich während und durch die Katastrophe verändert hat. Etwas was mir vorher noch nicht so bewusst war ist, das es mehrere Wellen bei einem Tsunami gibt. Die erste Welle ist meist die Größte, aber nicht immer die die am meisten zerstört.
Die zweite und dritte tragen wegen der ersten Bereits viele Trümmer mit sich die großen Schaden anrichten. Da lernt man mal wieder zu schätzen, das man in einem recht Naturkatastrophen armen Land wie Deutschland lebt. Die Tour ging weiter in die Bucht, in der wir die Muschelzucht der Familie Kanno besuchten. Von da ging es weiter zum Gott der Bucht. Die Geschichte dieser Gottheit ist wirklich putzig, sprecht mich gerne mal darauf an und ich erzähle sie euch ;) Auf dem Rückweg haben wir noch zufällig einen Algenfarmer getrofen der uns auch gerne seine Algenaufbereitung gezeigt hat. Die Sorte Algen die er vertreibt sind wohl in ganz Japan bekannt und eine wahre Spezialität. Wir durften auch probieren, aber mir fehlte eindeutig das Dressing xD
Damit war unser Aufenthalt in Karakuwa auch leider schon wieder vorbei und es hieß weiter nach Iwate, wo wir die zweite Woche unseres Austausches verbringen und auch unsere Gastfamilien kennen lernen würden. Die Verabschiedung war herzlich und die Erinnerung an Karakuwa und die Arbeit die Karakuwa-Maru dort vor Ort betreibt wird mich noch länger beschäftigen und lässt mich einfach nicht los. Ich bin sehr dankbar, diese Erfahrung machen zu dürfen.




Sonntag, 25. Oktober 2015

Deutsch- Japanisches Austauschprogramm für junge Ehrenamtliche - Tag 6 in Tokyo

Heute ein etwas kürzerer Eintrag :)
Unser 6 Tag war unser freier Tag in Tokyo! Ich war super aufgeregt und hab mich sehr darauf gefreut! Unsere Gruppe bei diesem Austausch war super und ich hätte nicht glücklicher sein können mit den Leuten. Ich bin aber ein Typ Mensch der immer viel Energie gibt wenn Leute drum herum sind und etwas Zeit für sich braucht um runter zukommen und Energie zu tanken. Da ich wusste das wir die nächsten Tage in Gruppenzimmern verbringen würden und auch ich für das Gastfamilienwochenende trotzdem noch Kraft und Nerven brauchen würde habe ich mich entschlossen den Tag alleine los zu ziehen. Darüberhinaus war ich auch die Einzige die Tokyo bereits besucht hat und schon einiges gesehen hatte und ich wollte einfach nur shoppen. Da kann man jmd der auch Sight Seeing machen möchte einfach nicht mitnehmen ;)
Also bin ich um 8 Uhr aufgestanden, war um 9 Uhr in Shibuya - und hab festgestellt das auch in Japan 10 Uhr die übliche Öffnungszeit ist XD Also hab ich mich in den Starbucks an der Shibuya Kreuzung gesetzt, Leute beobachtet und das Free W-lan genossen und genutzt um E-Mails zu beantworten, twitter zu checken und generell noch ein paar Sachen für den Tag nachzulesen. Wenn man eine kurze Pause braucht ist dieser StarBucks einfach super, die Aussicht ist wirklich Gold wert!
Um 10 dann bin ich erst einmal ins Shibuya 109! Nirgendswo bekommt man einen so geballten Eindruck was in Japan, besonders bei Jugendlichen, gerade modern ist! Hach, das ist einfach ein Fest für alle Sinne >___< Bei LizLisa hab ich die ersten schöne Teile im ausverkauf geshopped (und die haben einen ausverkauf, 70% auf die Ware lässt sich wirklich sehen und erst dann wird sie auch für mich bezahlbar v,v), ansonsten hat mich außer ein paar Wimpern nichts vom Preis-Leistungsverhältnis richtig angesprochen. Also ging es für mich weiter in den Book-Off. Viele Book-Offs haben auch eine Gebrauchtabteilung, der in dem ich war eine riiiiieeeesige für Kleidung. Ich mag Sachen Second Hand shoppen und für teilweise 200 Yen hat man wahnsinnige Sachen bekommen.  In Japan waren gerade Rockhosen in, un hier habe ich eine wie ich sie im Shibuya 109 schon beglubscht hatte für 900 YEN bekommen (die neue im Shibuya 1009 lag bei 7500 Yen o.o). Generell hab ich eine gute Ausbeute beim Book Off gehabt ^,^ Von da aus wollte ich eigentlich zum Tokyo Hands, habe ihn aber nicht ganz gefunden und bin stattdessen in einem kleinen Stoffgeschäft in einer Seitenstraße gelandet. da ich auch vor allem ein paar Yukatastoffe kaufen wollte (um Kleinigkeiten zum verkaufen am Vereinsstand zu basteln) war das genau das was ich wollte. Tokyo Hands hat eine fast schon zu große Auswahl und es ist alles sehr teuer. Leider hab ich bei Bastelzeug keine Selbstkontrolle, also gut das ich da dann doch nicht mehr rein bin ^,^ Weiter ging es für mich nach Harajuku. Hier wollte ich vor allem nach einem neuen Rucksack gucken, meiner den ich vor 5 Jahren dort gekauft hatte hat langsam Gebrauchsspuren (nach 5 Jahren Dauereinsatz verzeihbar!)
leider wurde ich damit nicht fündig, dafür hab ich ein paar süße Schuhe und mehr Kleider geshopped, diesmal vor allem bei Tralala (ähnlich gute Angebote wir Liz Lisa!). ich bin immer noch sehr glücklich darüber, beide Marken mag ich sehr und endlich hab ich ein paar Teile >///< Bei Tralala konnte ich sogar ein Kleid kaufen das ich schon öfters im Internet bewundert hatte, jetzt in super günstig und mit der Gewissheit das es passt! Harajuku war super voll an diesem Montag gewesen, aber es hat Spaß gemacht und war wie immer sehr inspirierend all die Farben und Muster zu begutachten! Eine Enttäuschung war allerdings der 100 Yen Shop! Vor 5 Jahren konnte man da noch allerhand niedliches erstehen, jetzt ist alles nur noch langweilig und Plain! Ich war richtig entrüstet! Immerhin Eyelash Glue hatten sie noch da und jede Menge Matshasüßkram, sonst hätt ich nicht gewusst wohin mit mir! Nun, mittlerweile war ich dann doch ganz schön schwer beladen und hab mich entschieden einen kleinen Zwischenstop in NYC einzulegen, weil mir mittlwerweile vom schleppen schon alles weh tat. Ich dachte aber, ein Spaziergang über den Miyagutempel wäre noch drin - dümmste Idee eva! Letztes Mal war ich ja früh morgens da gewesen, und es war richtig schöne angenehme kühle Luft in diesem Wald gewesen. Diesmal war es Sauna!
Es war heiß, schwül und stickig! Ich kam Naßgeschwitzt am anderen Ende raus und dachte zwischendurch ich schaffe es nicht! Der Wahnsinn! erstmal umgezogen und frisch gemacht bevor es weiter ging nach Akiharaba! Ein bisschen Geekluft wollte ich noch schnuppern und das Pokemoncenter besuchen! Letzteres habe ich auch gefunden und etwas Otakugirl Luft auch, aber das schöne unterirdische Einkaufslabyrinth in dem ich beim letzten mal war ist entweder jetzt mittlerweile deutlich langweiliger und ausgestorbener oder ich habe es nicht wirklich gefunden ;( Das machte aber auch nichts, ich war müde, kaputt und glücklich und hatte sogar noch Geld über, so wie das sein sollte ;) Zurück im NYC hab ich mich nochmal frisch gemacht und dann, noch heißer vom letzten Mal, ging es ab zum Karaoke! Und Boy, das war eine Party! Kaum war die Tür hinter uns zu, waren die Schuhe aus, wir auf den Bänken und am tanzen und gröhlen. Der Japaner der 30 Sekunden später die Tür aufmachte um die Getränke zu bringen dachte er wäre im falschen Raum, so fix waren wir am feiern! XD Aber macht euch selbst einen Eindruck! So kaputt wie nach dem Tag war ich auf alle Fälle schon länger nicht mehr ins Bett gefallen und am nächsten Tag sollte es mit dem Shinkansen nach Miyagi und von da aus mit dem Reisebus nach Karakuwa weiter gehen! Unsere Koffer würden zu unseren nächsten Station, Iwate, vorgeschickt werden, das heißt das wir alle kleine Reisetaschen gepackt haben die wir dann auch selber tragen mussten! Zu Karakuwa und der Reise im nächsten Eintrag mehr!






Samstag, 24. Oktober 2015

Deutsch- Japanisches Austauschprogramm für junge Ehrenamtliche - Tag 4&5 in Tokyo

Der vierte Tag startete mit einem gemeinsamen Frühstück mit der japanischen Delegation. Wir saßen jeweils in unseren späteren Diskussionsrunden zusammen. Am meisten Probleme machte dabei die Sprachbarriere. In unserer Gruppe waren zwei Mädchen die gut Englisch konnten - Ami-chan aus Hiroshima, die ehrenamtlich Führungen, auch für Ausländer, im Friedenspark Hiroshima gibt und Ran, die in ihrer Stadt hilft ein Austauschprogramm mit einer amerikanischen Schule zu organisieren. Der Rest konnte sich leider gar nicht ausdrücken. Wir hatten zwar in jeder Gruppe einen Dolmetscher (bei uns war es die liebe Lily, die uns auch die ganze Reise über begleitet hat), aber die müssen sich in den Pausen auch wirklich ausruhen. Auch unsere Diskussionsrunde lief am ersten Tag nicht ganz Runde. Wir sollten zu dem Thema: "Gemeinsamkeiten und Unterschiede des ehrenamtlichen Engagements in Japan und Deutschland und deren Hintergründe". Die erste Hürde stellten die kulturellen Unterschiede beim Diskutieren dar. Japaner warten gerne ab bis jeder in der Runde dran war und melden sich erst dann wieder zu Ort. Gerade wenn man sich nicht gut kennt oder sich nicht sicher ist hält man sich zurück.
Bild: Nicolai Oberthür
Wir Deutschen sind da eher "mit dem Kopf durch die Wand", mit großer Passion und diskutieren auch gerne alles aus. Das hatte zur Folge das in der ersten Tageshälfte eigentlich fast nur wir Deutschen geredet haben. Über die Mittagspause haben wir uns aber zusammen gerissen und auch Ami-chan und Ran befragt warum die Diskussion so einseitig verlief. Mit dem neuen wissen im Gepäck und einer Auflockerungsrunde (japanische Süßigkeiten aus den Regionen der japanisches Delegation verköstigen)lief es in der zweiten Tageshälfte gleich viel besser.Immer noch recht schleppend und vorsichtig im vergleich zu oft recht hitzigen Diskussionen in Deutschland, aber jeder hat sich eingebracht und seine Gedankengänge geäußert. Abends dann ging es für unsere Gruppe zu einem Sommerfest in den Stadtteil Harajuku. Wir Deutschen haben dafür Yukata bekommen :) Ich durfte die Mädchen in meiner Gruppe einkeiden und die Japaner waren sehr beeindruckt das eine Langnase tatsächlich Yukata binden kann ;) Das Fest war wirklich richtig schön und beeindruckend. So viele gute Tanzgruppen, ich war richtig hypnotisiert! Anschließend sind wir Udon essen gegangen und haben natürlich auch PuriCura gemacht - wie sich das gehört!
Bild: Nicolai Oberthür
Alle Mitglieder der japanischen Delegation sind richtige Zuckerstücke, und selbst wenn es mit der Kommunikation nicht immer so gut klappte haben sich alle bemüht und Spaß hatten wir trotzdem :) Der nächste Tag, Sonntag, war dann schon wieder das Ende des Wochenendseminars. Nach dem gemeinsamen Frühstück und einer letzten Diskussionsrunde mussten wir unsere Ergebnisse zusammentragen und eine Präsentation erstellen. Auch da zeigten sich wieder die Unterschiede. Wo wir Deutschen einfach einteilten wer zum Thema etwas sagt war den Japanern wichtig das wir nochmal ganz genau festlegen was gesagt wird. Aber wirklich GANZ genau! Deutsche so: Impro?!
Japaner so: NO GO! Das war für mich hart ungewohnt und das hat mich auch furchtbar genervt, so durchsprechen von Kleinigkeiten und genauen Wortlauten. BAH! Da wird dann doch mal das Verständnis füreinander auf die Probe gestellt - besonders weil auch laaaangsam der Schlafmangel durchkam. Aber alle Gruppen haben es am Ende geschafft schöne Beiträge auf die Beine zu stellen. dabei wurde klar, das sich vor allem das gesellschaftliche Standing von Ehrenamt in den beiden Ländern unterscheidet. Während in Deutschland Ehrenamtliches Engagement hochgestellt wird, für manche Stipendien Voraussetzungen sind und auch Vorteile bei der Jobsuche bringen kann, ist es in Japan nicht so hoch anerkannt und hat manchmal sogar eher einen Negativen ruf.
Bild: Nicoai Oberthür
So wird es von manchen Japanern wohl so wahrgenommen, das wenn man einen Ehrenamt nachgeht, man sich selbst als einen besseren Menschen darstellen möchte und sich in den Vordergrund stellt. Die Kriesenhilfe in Fukushima hat etwas geholfen, das zu ändern. Auch scheint Politik und Ehrenamt streng getrennt zu sein in Japan. In Deutschland gibt es viele Institutionen bei denen man sich Ehrenamtlich betätigen kann die rein politischer Natur sind. In Japan beschränkt sich das Ehrenamt eher auf Kriesenhilfe und arbeiten mit Kindern und Alten. Die Unterschiede waren für uns wirklich sehr interessant und beeinflussen die Art wie Ehrenamt ausgeführt wird sehr.
Anschließend an die Präsentationen haben sowohl unsere als auch die japanische Delegation das Wochenende nochmal getrennt reflektiert. Für die Japaner hieß es dann, Heimreise antreten! Da wir relativ früh Schluss hatten haben wir Deutschen uns entschieden nochmal eine etwas weitere Tour anzutreten und Asakusa zu besuchen.
Wach bleiben während der U-Bahn fahrt stellte sie dabei als echte Herausforderung heraus! Irgendwie haben wir es aber geschafft, und wie bei allen unseren Tempelbesuchen hat es natürlich geregnet! Das hat das Licht aber nochmal schöner gemacht, war also gar nicht sooo schlimm ;) Anschließend sind wir erst in Harajuku (PuriCura und Crêpes!) und dann mal wieder in Shibuya gelandet.
Der Weg zurück zu unserer Herberge ist gut zu laufen von der Shibuya Crossway und die engen, vollen bunten Straßen einfach zu verführerisch! :) Natürlich haben wir auch nochmal in einer Spielhalle halt gemacht und sind den Versuchungen der Automaten erlegen! Wir immer ging es also spät nach Hause! Der nächste Tag war unser letzter Tag in Tokyo und der einzige Tag, der uns zur freien Verfügung stand. Für mich hieß das: Shopping!


Mittwoch, 21. Oktober 2015

Deutsch- Japanisches Austauschprogramm für junge Ehrenamtliche - Tag 3 in Tokyo

Foto: Nicolai Oberthür
Der dritte Tag in Tokyo begann mit einem Besuch bei dem gemeinnützigen Verein "Kids Door". Der Verein versucht Kinderarmut in Japan zu bekämpfen in dem sie Graits Nachhilfeunterricht, wie er in den sehr teuren Paukschulen angeboten wird, geben. Die Philosophie der Schul ist: "Hat man einen guten Abschluss verdient man mehr Geld und die eigenen Kinder haben Zugang zu besserer Bildung. Der Teufelskreislauf von geringen Einkommen und niedrigerer Bildung soll durchbrochen werden!". Besonders alleinstehende Mütter haben es in Japan sehr sehr schwer einen gut bezahlten Job zu bekommen und müssen sich oft mit Minijobs, zum Beispiel im Konbini, über Wasser halten. Das wird zu einem immer größer werdenen Problem in Japan. Die Kinderarmutsquote liegt bei 16,3%, die Kinderarmut bei Alleinerziehenden bei ganzen 54,6%. Die Lehrer bei Kid's Door sind fast alle Studenten die diesem Ehrenamt nachgehen. Ein paar von Ihnen durften wir kennen lernen. Sie haben uns ein bisschen von ihren Motivationen erzählt, aber auch von vielen Problemen die sie haben. Bei vielen sagen Familie und Freunde das sie mit ihrem Ehrenamt aufhören sollen, weil sie in den Paukschulen für die gleiche Arbeit viel Geld verdienen könnten. Trotzdem machen sie weiter, weil sie sehen das ihre Arbeit wertvoll ist. Insgesamt war der Besuch bei Kid's Door sehr spannend und beeindruckend und hat einen noch einmal ei bisschen die Augen für die Schwierigkeiten, besonders für das ausführen von Ehrenamt, in Japan bestehen.Anschließend hatten wir ein bisschen Freizeit. Da sich das Kid's Door Büro im Osten von Tokyo befand war es nur ein Katzensprung nach Akiharaba! Eric, Tobi und Helena gefielen meine Pläne und sind mit mir gekommen in das erste Maid Cafe das wir gesehen haben ;)

     
Unsere Maid war wirklich Zucker und wir hatten viel Spaß (wir waren in einer Filiale von MaiDreamin). Natürlich ist das maid Cafe immer eine etwas teurere Erfahrung (mit vielen Regeln, damit man auch ja genügend ausgibt!) aber man sollte es auf alle Fälle mal gemacht haben! Diese Mischung aus Ranz, schlechtem Geschmack und kawaii Magic ist schon etwas ganz besonderes! Nyan Nyan MoeMoe Pyaaaaaoon!
Anschließend haben wir noch etwas Otakushopping gemacht (Tobi hat mir eine tolle Sheryl Nome weggekauft, ich ihm aber auch eine!) und ich hatte den Schock meines Lebens! Ich dachte kurz wirklich, mein Portmonaie wäre geklaut worden! Aber mein handy war noch da, warum sollte jemand nicht beides klauen? Tatsächlich hatte ich es im Maid Café liegen lassen und die Maids haben die dumme Hime-sama ausgelacht xD Also alles nochmal gut gegangen ^,^"
Bild: Nicolai Oberthür
Dann mussten wir auch schon wieder zurück zum NYC, denn an diesem Abend würden wir die japanische Delegation kennen lernen! Da habe ich mich schon sehr drauf gefreut, und das vollkommen zurecht!
Wir waren in einem großen Saal und haben zum kennen lernen ein paar Spiele gespielt. das ist wirklich ein gutes Mittel um das Eis zu brechen, besonders wenn es auch eine Sprachbarriere gibt. Natürlich wurden auch viele Reden gehalten. Abends gab es dann ein gemeinsames Essen, die Japaner haben uns typisch japanische Kinderspiele vorgestellt und wir haben unsere Märchenvorstellung gegeben. Das alles war sehr strikt durchgeplant, zum richtig freien Reden ist man kaum gekommen. Aber die Idee des gemeinsamen anschließenden Karaokebar besuches konnte ich in die Köpfe bringen und tatsächlich sind ein paar von uns anschließend dann noch losgezogen! Wir Deutschen haben dann auch ganz schön abgerockt un der Karaokebar, mit tanzen und mitgröhlen und allem drum und dran! Die meisten unserer japanischen Begleiter haben auch kräftig mitgefeiert und der Abend wird mir immer als perfekt in Erinnerung bleiben! Ich weiß gar nicht mehr wann genau wir zurück waren, wir haben wohl noch gerade so eine der letzten Bahnen bekommen und dann bin ich für meinen Teil nur noch ins Bett gefallen.